Das politische Subjekt Frau
Was kann ein materialistischer Feminismus leisten?

Vortrag und Diskussion mit Koschka Linkerhand

In einer Gesellschaft, in der sowohl Geschlecht als auch Arbeit immer flexibilisierter erscheinen und die Ungleichzeitigkeiten im Frauenbild augenfällig sind, hat der queere Feminismus der Vielfalt Konjunktur. Aber es bleibt ein Unbehagen: Können wir davon ausgehen, dass ein Feminismus, der fast ausschließlich mit Differenzen hantiert und sich an geschlechtlichen und sexuellen Identitäten abarbeitet, realpolitisch handlungsfähig ist? Fehlt hier nicht die Vermittlung der Vielfalt mit feministisch-materialistischer Gesellschaftstheorie, die historisch gewachsene und strukturelle Benachteiligungen erfassen kann? Dieser Mangel führt zu einer sehr verschwommenen Einschätzung des eigenen Handlungsspielraums, der zwischen Verbalradikalität à la „Patriarchat wegglitzern“ und andererseits dem Gefühl schwankt,
völlig ohnmächtig zu sein und nichts mehr aussagen zu können. Es
kömmt aber darauf an, das bestehende Geschlechterverhältnis zu
analysieren, um kritisch zu intervenieren und darüber hinaus utopisch produktiv zu sein.

Wie lässt sich also ein materialistischer Feminismus bestimmen, der mit dem politischen Subjekt Frau operiert, ohne die Differenzen und Widersprüche zu vernachlässigen? Welche politischen Felder müssen feministisch neu erobert und verteidigt werden – im Spannungsfeld zwischen politischer Nüchternheit und revolutionärer Hoffnung?

Wann: 2.7.19; 18 Uhr
Wo: HGB 20, Ruhr-Universität Bochum

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