1. Für bessere Studienbedingungen

1.1 Gegen Anwesenheitspflicht 

Aktuell ist eine Anwesenheitspflicht in Seminaren möglich. Eine Präsenzpflicht gefährdet ein freies, selbständiges lernen. Es gibt viele Situationen, die eine Präsenzpflicht unmöglich machen. Ein Großteil der Studierendenschaft muss neben dem Studium arbeiten, um sich das Studium finanzieren zu können. Diese Doppelbelastung wird durch eine Präsenzpflicht unnötig erschwert. Andere Studierende müssen ihre Eltern pflegen oder sich um die Kindererziehung kümmern. Deswegen setzen wir uns dafür ein, dass die Anwesenheitspflicht an der RUB wieder abgeschafft wird. Des Weiteren fordern wir, dass die Anwesenheitspflicht bei Onlinelehrveranstaltungen abgeschafft wird und diese generell (zusätzlich) asynchron angeboten werden müssen, um den fairen und gleichen Zugang für alle Studierende zu ermöglichen.
Solange es möglich ist, unterstützen wir die Hybrid-Lehre während der Corona-Pandemie.

1.2 Barrierefreiheit des Campus

Die Barrierefreiheit des Campus, von (Online-)Veranstaltungen und Begleitmaterialien für Vorlesungen und Seminare soll ausgebaut werden. Es gibt viele Barrieren, die Studierende daran hindern, gleichberechtigt am Unialltag teilzunehmen. Darunter verstehen wir nicht nur bauliche Barrieren zu beseitigen. Wir wollen auch das Begleitmaterialien – etwa Skripte oder Vorlesungsfolien – in Vorlesungen und Seminaren für alle Studierenden zugänglich sind und in einer barrierefreien Form vorliegen. Nicht zuletzt müssen auch alle hochschulpolitischen Veranstaltungen wie das StuPa und die Ausschüsse für jeden und jede zugänglich sein. Dies ist seit dem Umstieg auf Onlinesitzungen leider nicht mehr so gewesen.

1.3 Technische Ausstattung der Universität

Für ein erfolgreiches digitales Studium gehört eine gute IT-Infrastruktur. Dazu gehört eine stabile flächendeckende WLan-Abdeckung. Diese ist leider noch nicht überall auf dem Campus vorhanden, gehört für uns aber zu einer essentiellen Grundlage für ein digitales Studium.

Ein weiteres Problem sind aktuell die geringe Anzahl an Steckdosen in vielen Lehrräumen, leider auch in moderneren Gebäuden wie dem GD. Ohne ausreichend Steckdosen ist an einen Unialltag mit Laptop und anderen elektronischen Geräten nicht zu denken. Vor allem an langen Tagen ist die Batterie von vielen elektronischen Geräten nicht leistungsfähig genug. Deswegen sollen alle Vorlesungs- und Seminarräume mit deutlich mehr Steckdosen ausgestattet werden.

Dazu kommt noch der vollkommen mangelhafte Ausbau der Onlinedienste, so gut wie jeder an der RUB hat schon mehrere Ausfälle von Moodle, sciebo etc. erlebt.

1.4 Studium mit Kind

Studieren mit Kind ist eine besondere Herausforderung, die etwa 6% der Studierenden betrifft. Aber besonders Frauen sind gefährdet, das Studium auszusetzen bei Kindern unter drei Jahren (Middendorf 2003). Deswegen setzen wir uns dafür ein, dass der Kindergarten der Universität ausreichend Mittel bekommt, Kinder von Studierenden zu betreuen. Die Abschaffung der Anwesenheitspflicht ist, wie bereits weiter oben erwähnt, genauso eine Hilfe weiter im vorgesehenen Zeitrahmen studieren zu können, als auch ein Ausbau digitaler und abrufbarer Lehrinhalte wie Vorlesungen um von zu Hause aus studieren zu können.

2. Digitalisierung 

2.1 Digitale Angebote abseits der Vorlesungen 

Wir streben eine Digitalisierung in allen Bereichen des universitären Alltags an. Dazu zählen auch ein Ausbau der digitalen Angebote der Bibliotheken. In der Pandemie hat die Bibliothek in der Not einen Scan-Service eingerichtet, für den wir sehr dankbar sind. Doch auch danach sollte dieser Service ausgebaut und weiter angeboten werden. Außerdem wäre eine komplette Digitalisierung der Bücherbestände wünschenswert, sodass die Inhalte von überall abgerufen werden können. Ebenfalls wünschen wir uns eine zentrale Mediathek mit allen öffentlich zugänglichen Inhalten der RUB und angehörigen Organisationen.

2.2 Campus-App

Die aktuelle Campus-App „RUB Mobile“ ist in ihrer aktuellen Form wenig hilfreich und sehr unübersichtlich. Eine App die alle Internetportale – wie eCampus, Moodle, FlexNow, RUBMail, OPAC – in einer App übersichtlich und benutzerfreundlich anzeigt wäre ein großer Fortschritt. Einige Portale sind bereits eingebunden, doch leider hapert es an einem guten Bedienungskonzept für Smartphones. Der Veranstaltungskalender ist leider 2019 aus der App genommen worden und sollte wieder eingefügt werden. Dieser könnte einen besonderen Mehrwert bieten über Veranstaltungen auf dem Campus zu erfahren und am Universitätsleben stärker teilzunehmen. Auch eine Integration eines persönlichen Stundenplanes wäre schön, um eine App anbieten zu können, die alle Bereiche des Studierendenalltages abdeckt. Die App soll langfristig ausgebaut werden und mit weiteren Ideen und Funktionen ausgestattet werden. Ein Abstimmungssystem über weitere Funktionserweiterungen könnte zielgenau Wünsche der Studierenden in Erfahrung bringen und anschließend schnellstmöglich umsetzen. Dabei können auch gerne Studiengänge mit einbezogen werden und neue Jobs für Studierende geschaffen werden, die bei der Entwicklung helfen möchten.

Eine moderne Campus-App kann auch Blinden und Sehbehinderten Menschen auf dem Unigelände helfen. So hat die Heinrich-Heine-Universität eine App entwickelt, die den Standort der Nutzer:innen erkennt und per Sprachausgabe zum Ziel bringt.

2.3 Internetauftritt StuPa

Wir setzten uns dafür ein das der Internetauftritt des StuPas überarbeiten wird und im zuge dessen übersichtlicher erscheint. Das digitale Archiv des Studierendenparlament weist Lücken auf und Protokolle werden verspätet hochgeladen. Das Abhalten der Sitzungen über Zoom hat gezeigt, dass die Barrierefreiheit für Parlamentarier:innen und Besucher:innen nicht umfänglich gegeben ist. Jede*r Interessierte soll ohne viel Aufwand verstehen können, wie das StuPa arbeitet.

2.4 Digitale Coronaunterstützung

Das Angebot der Universität Laptops an die Studierenden zu verleihen, damit jeder in der Pandemie von zu Hause aus am Universitätsalltag teilnehmen ist zu unterstützen. Die Möglichkeit  Laptops nach der Pandemie weiterhin ausleihen zu können soll erhalten bleiben.  Bei Bedarf möchten wir auch weitere technische Geräte anschaffen, die wir an die Studierenden ausleihen können, damit diese das Studium bestmöglich nutzen können.

3.Antirassistische und antikoloniale Universität 

Die Ruhr-Universität ist ein internationaler Raum, doch in ihrer jetzigen Form kein diskriminierungsfreier Raum für rassifizierte Menschen. Alltagsrassismus und andere diskriminierende Verhaltensweise erleben die Studierenden tagtäglich in den Institutionen, Mensen oder in den Veranstaltungen.

3.1 Endlich Safe Spaces an der Uni!

Angehörige ethnischer und religiöser Minderheiten haben derzeit keinen Rückzugsort an der Uni. Ein solcher bietet Sicherheit vor Diskriminierungen, ermöglicht den Austausch von Erfahrungen und fördert die wichtige Vernetzung innerhalb marginalisierter Gruppen.

Deswegen fordern wir die Einrichtung mehrerer Safe Spaces für marginalisierte Studierende und Angestellte der Universität. Solche könnten sich konzeptionell an der Liselle, der Frauen*bibliothek der RUB, orientieren und als antirassistische/antikoloniale Bibliothek gestaltet werden.

Ebenfalls fordern wir einen Raum der Stille, der Angehörigen aller Religionen und Atheist*innen zur inneren Einkehr offensteht. Dort könnten Gebete und Meditationen stattfinden, sodass ein Ort des lebendigen interkulturellen Austausches unter Wahrung der allgemeinen Toleranz geschaffen wird. Generell sollen Veranstaltungen, die den gemeinsamen Dialog und das Zusammen(-er-)leben der Studierenden zum Ziele haben, gefördert und ausgebaut werden.

3.2 Antirassismusarbeit an der Hochschule

Nicht nur das studentische Zusammenleben, auch die Forschung und Lehre an der RUB muss kritisch hinterfragt werden. Ein Schwerpunkt von hochschulpolitischer Arbeit sollte die Sensibilisierung für Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus und andere Formen gruppenbezogener Diskriminierung sein. Dazu gehört die kritische Aufklärungsarbeit des AStAs und Reflektion der Curricula jedes Studienganges und Thematisierung in jedem Studiengang. Nur so können alle Studierenden ihre eigenen Rassismen verstehen und dekonstruieren.

Die bisherigen Bemühungen der institutionellen Stellen in diese Richtung wurden von Seiten des AStAs und Konsorten torpediert (Positionspapier der Gleichstellungsbeauftragten).

Zu einer ganzheitlichen Strategie gehören auch ernstzunehmende Melde- und Beratungsstellen für Studierende, wenn Dozierende menschenverachtende Inhalte verbreiten. Letztlich befürworten die Einführung von anonymisierten Klausuren, um mögliche unterbewusste Diskriminierungen bei der Bewertung auszuschließen.

4. Für eine kritische RUB

Wir als Linke Liste wollen wir uns für eine kritische Lehre und Wissenschaft an der RUB einsetzen. Hochschulen müssen Orte der Reflexion und Infragestellung des Status quo sein.

Denn wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung soll das Leben aller Menschen verbessern und nicht von gesellschaftlichen Interessen oder Machtverhältnissen geleitet sein. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass die Hochschulpolitik für alle zugänglich ist. Die Studierenden der RUB sollen die Möglichkeit bekommen, sich mit ihren Vorschlägen und Ideen einzubringen.

4.1 Politische Bildung

Ein Schwerpunkt von hochschulpolitischer Arbeit sollte die Sensibilisierung für Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus und andere Formen gruppenbezogener Diskriminierung sein. Um dieses Ziel zu erreichen, wollen wir entsprechende politische Bildungsveranstaltungen anbieten. Das aktuelle Programm des AStAs finden wir dafür unzureichend.

Wir wollen deshalb den „politischen Dienstag“ (PolDi), eine regelmäßige, kritische

Vortragsreihe im KulturCafé, wieder einführen. Während der Corona-Pandemie wollen wir dabei verstärkt auf online Vorträge und Angebote setzen. Dadurch können sich Studis in einer angenehmen Atmosphäre weiterbilden und über gesellschaftlichen Themen diskutieren.

4.2 Zusammenarbeit mit gesellschaftskritischen Initiativen stärken

An der Ruhr-Uni gibt es bereits viele Studierende, die in gesellschaftskritischen Initiativen besonders an der Hochschule engagiert sind (Kritische Jurist*innen, Soziale Medizin, Plurale Ökonomik). Diese werden wir als AStA unterstützen. Auch über die Campusgrenzen hinaus wollen wir uns mit Bewegungen wie Black Lives Matter oder Fridays for Future Solidarisch zeigen. Dabei wollen wir auch aktiv die studentische Vernetzung und Euer Engagement fördern. Wir wollen auf Euch und Eure Initiativen zugehen, statt nur abzuwarten.

4.3 Erhalt der Zivilklausel

Seit dem Beschluss des neuen Hochschulgesetzes zum Wintersemester 19/20  können die jeweiligen Universitäten selbst entscheiden, ob sie eine Zivilklausel in ihrer Grundordnung verankern möchten. Eine Zivilklausel ist eine Selbstverpflichtung, ausschließlich für zivile und friedliche Zwecke zu forschen. Seit 2015 ist ein entsprechender Artikel in der Verfassung unserer Universität enhtalten. Wir wollen uns auch weiterhin für den Erhalt der Zivilklausel an der RUB einsetzen.

5. Rechte und reaktionäre Umtriebe stoppen 

5.1 Anti-Diskriminierung

Wir als LiLi setzen uns gegen Diskriminierung in jeder Form ein und für eine Uni, an der alle teilhaben können. Wir verstehen uns als offen antirassistisch und organisieren oder supporten daher Demos und Veranstaltungen gegen Rechts, wie z.B. die Aktionswochen gegen Antisemitismus und die kritischen Einführungswochen.

5.2 Rechte Gruppen in Bochum

Leider gibt es auch in Bochum Organisationen, die völkische und neurechte Ansichten vertreten. Die Identitäte Bewegung IB ist regelmäßig auch in Bochum aktiv und gut vernetzt mit der extrem rechten Burschenschaft „Verein deutscher Studenten VDSt-Breslau zu Bochum“ sowie der Jungen Alternative, mit denen auch schon gemeinsame Events von und für Rechte organisiert wurden. Die Burschenschaft Prager Arminia in Bochum läuft unter dem Dachverband Deutsche Burschenschaft DB, bei dem kürzlich wieder Arier-Nachweise für seine Mitglieder diskutiert wurden und der immer wieder mit Rechtsextremismusvorwürfen konfrontiert wird. Ebenfalls besorgniserregend sind die zuletzt erfolgten Outings aktiver Mitglieder der Neonazi Vereinigung „Hammerskins“, in diesem Kontext geoutete Personen waren sogar bis vor Kurzem bei der Stadt Bochum beschäftigt.

Um dem entgegenzuwirken, unterstützt die LinkeListe antifaschistische Recherche und Initiativen in Bochum.

5.3 Antifaschismus konsequent umsetzen

Wir wollen uns daher stark machen gegen menschenverachtende Ideen und die politische Bildungsarbeit an der Uni ausbauen. Filmabende, Diskussionsrunden, Lesekreise und Veranstaltungen für den interkulturellen Austausch wollen wir fördern, genauso wie bestehende Kooperationen wie „RUB bekennt Farbe“. Dafür werden wir das „Referat für angewandte Menschenrechte“im AStA wieder einrichten. Wir als AStA wollen rechte und reaktionäre Umtriebe als Bedrohung ernst nehmen und damit entsprechend verantwortungsvoll und konsequent umgehen.

Kein Fußbreit dem Faschismus!

6. Feministischer AStA

6.1 Gleichstellung in den Fakultäten stärken

Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer Sexualität gehört leider auch an der RUB zum Alltag. Obwohl es gleich viele Studentinnen wie Studenten gibt, gibt es weitaus weniger Professorinnen als Professoren. Besonders in Fakultäten wie Maschinenbau oder im naturwissenschaftlichen Bereich gibt es wenig Professorinnen oder wissenschaftliche Mitarbeiterinnen. Wir wollen die Zielvereinbarungen der RUB zur Gleichstellung aktiv unterstützen, um diesen Zustand zu verändern.

6.2. Feminismus in der Lehre umsetzen

Im Medizinstudium haben die Studierenden kaum Möglichkeiten, die Durchführung von

Schwangerschaftsabbrüchen zu erlernen. Auch in anderen Studiengängen stehen meist männliche  Perspektiven im Vordergrund, die den Inhalt und Schwerpunkt der Lehre beeinflussen.

Wir wollen uns dafür einsetzen, dass Schwangerschaftsabbrüche als fester Teil des Medizinstudiums  behandelt werden. Bis dahin unterstützen wir die Workshops zu Schwangerschaftsabbrüchen, die von den Sozialen Mediziner*innen organisiert werden. Außerdem wollen wir durch die Teilnahme an Aktionen wie dem „womens history month“ das Bewusstsein für das Geschlechterverhältnis in der Geschichtsschreibung stärken.

6.3. Initiativen und Projekte für (Geschlecher-)gerechtigkeit stärken

Initiativen wie die studentische Frauen*bibliothek Lieselle und der Frauen*raum sollen weiterhin gefördert werden. Wir finden es ebenfalls wichtig, dass es das Autonome Frauen*Lesben-Referat sowie das Schwulenreferat gibt.

Weil sexualisierte Belästigung und Diskriminierung auch an Universitäten vorkommt, möchten wir als AStA verstärkt Projekte wie die Woche gegen Sexismus oder Aktionen gegen Queer-Feindlichkeit durchführen. Dazu gehören Veranstaltungen, in denen wir uns mit anderen feministischen Gruppen vernetzen, wie zuletzt mit Catcalls of Bochum.  Solche Themen sollen nicht nur mehr Präsenz in der Hochschulpolitik bekommen, wir wollen uns auch mit anderen feministischen Kampagnen solidarisch zeigen. Wir unterzeichneten beispielsweise den offenen Brief an den Schumacher Club in Bochum, der auf sexuelle Übergriffe in dem Club aufmerksam machte. In der Vergangenheit haben wir außerdem die Stellungnahme der Gleichstellungsbeauftragten oder die Veranstaltungen rund um den feministischen Kampftag unterstützt.

6.4 Queerfeindlichkeit bekämpfen

Gerade queere Personen, die sich nicht in der zweigeschlechtlichen heterosexuellen Norm wiederfinden, erfahren deswegen Diskriminierung. Uns ist wichtig, diese Perspektiven mit einzubeziehen und gemeinsam gegen das Patriarchat zu kämpfen!

Wir wollen Anlaufstellen und Informationsmöglichkeiten für trans, nonbinäre und intergeschlechtliche Personen anbieten, beispielsweise zur Änderung des Namens auf dem Studierendenausweis. Außerdem möchten wir geschlechterneutrale Toiletten etablieren. Sobald dies wieder möglich ist, wollen wir uns am CSD Bochum beteiligen und die Sensibilisierung und Akzeptanzförderung zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt stärken. Auch würden wir gerne mit den bestehende Hochschulgruppen kulturelle Veranstaltungen zu dem Thema anbieten, so wie queere Filmnächte oder Partys.

Außerdem sollen Hygieneprodukte kostenlos in Toilettenräumen vorhanden sein.

7. Studentische Mitbestimmung

Eine Universität lebt von ihren Studierenden! An der RUB werden wir jedoch von Professor:innen und Verwaltung oftmals nur wie unliebsame Gäste behandelt. Daher setzen wir uns für mehr selbstverwaltete Räume, eine fairere Sitzverteilung im Senat und bessere Arbeitsbedingungen studentischer Arbeitskräfte ein.

7.1. Glasnost – Transparenz in StuPa und AStA

Damit sich alle Studierende kompetent beteiligen können, müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen: Transparenz und Barrierefreiheit kommen derzeit noch viel zu kurz an der RUB. Deshalb fordern wir technische Lösungen für die Übertragung und Veröffentlichung von StuPa- und Ausschusssitzungen. Jeder Person, die den AStA finanziert und unterstützt, sollte auch die Möglichkeit eingeräumt werden, die Entscheidungen leicht nachverfolgen und mitbestimmen zu können.  Etwaige Unsicherheiten, wie man sich in die studentische Selbstverwaltung einbringen kann, sollen beseitigt werden. Der Abbau von Hierarchien spielt dabei eine wichtige Rolle. Engagement für die Studierendenschaft und in der Hochschulpolitik sollen nicht von Ämtern abhängen. Der AStA muss eine starke politische Vertretung aller Studierender sein und darf sich nicht allein als Dienstleistungs-AStA sehen.

Wir wollen einen transparenteren Umgang mit aktuellen Forschungen und Drittmittelvergaben sowie eine Informationspolitik vom AStA, die über Basteltutorials und tote Links  hinausgeht. Dazu gehört auch, dass Verstöße gegen die GO konsequent aufgearbeitet werden und das Recht auf wörtliche Übernahme im StuPa unangetastet bleibt!

7.2. Landes-ASten-Treffen NRW (LAT)

Letztlich werden die Studienbedingungen nicht nur an der Uni, sondern auch in der Landespolitik bestimmt. Daher fordern wir, dass der AStA  aufhört keine klare Postion zum LAT NRW (einzige legitimierte landesweite Interessenvertretung der Studierendenschaften in Nordrhein-Westfalen) zu vertreten und sich dazu bekennt, als eingetreten Mitglied sich in dem Verein auch finanziell angemessen zu engagieren. In einer Zeit, in der Solidarität und Gemeinsamkeit vor machtpolitischen Gefälligkeiten stehen sollten, ist ein intensives Engagement im LAT unerlässlich.

7.3. Fight for your right to party(cipation)

Auch wenn die Uni gerade eher der Wuppertaler Innenstadt gleicht (lol), sollten wir die Zeit nach ‚rona nicht aus dem Blick verlieren! Nachdem das politische Archiv im letzten Jahr aufgelöst wurde, gibt es kaum noch studentisch verwaltete Räume an der Uni. Das muss sich ändern! Nicht nur optisch hat die RUB einige Defizite, sondern auch was studentische Partizipation angeht. Wir müssen mehr in Räume und Möglichkeiten investieren, die den Studierenden die Möglichkeit zur freien selbstbestimmten Mitgestaltung der Universität geben.

Deswegen sagen wir: Fight for your right, to paaaaaaarty(cipate)!

8. Für eine nachhaltige Uni

Ein ökologischer und nachhaltiger Lebensstil im Alltag ist notwendig! Die Nachhaltigkeitsfrage und die Klimagerechtigkeit können aber nicht alleine Aufgabe des Einzelnen sein. Die Ruhr-Uni als einer der größten Arbeitgeber und prägende Institution der Region muss eine Vorreiterrolle im Kampf gegen die Zerstörung der Lebensgrundlagen einnehmen.

8.1. Ökologische Projekte fördern

Wir begrüßen die Gründung der Students for Future als positives Signal an der Uni. Die RUB arbeitet leider nur nachhaltig und ökologisch, wenn Einzelpersonen oder Initiativen Zeit und Energie in Projekte, wie zum Beispiel das Repair-Café investieren. Auch die Kooperationen mit Metropolradruhr und der Bibliothek der Dinge sind erste gute Schritte in die richtige Richtung, die wir konsequent zuende gehen wollen!

Es soll geprüft werden, inwieweit Dach- und Fassadenbegrünungen sinnvoll und möglich sind, um die Biodiversität zu fördern. Wir sprechen uns für Photovoltaikanlagen auf den Dächern der RUB aus.

Auch beim AKAFÖ herrscht Nachholbedarf: Die Großraumküche arbeitet aktuell noch vermehrt mit Formpodukten und der guten alten Fritteuse. Abschließend werden beim Sommerfest der RUB weiterhin jährlich Unmengen an Müll produziert…

8.2. Klimaklausel jetzt!

Ähnlich der Zivilklausel wollen wir, dass die Uni eine Klimaklausel beschließt. Wir werden eine ökologische Stimme bei den Mensaplänen sein, denn diese lassen sich auch mit regionalem (Bio-)Gemüse und tierfreundlichen Produkten kostengünstig realisieren.

Sommerfest Pfandsystem

Außerdem fordern wir ein Pfandsystem und Makkaroni-Strohhalme beim jährlichen Sommerfest der RUB, um den anfallenden Müllberg zu reduzieren. Statt den Autoverkehr zu begünstigen, haben wir Fahrradparkhäuser im Sinn. Aber auch alle anderen neuen Bauvorhaben an der RUB müssen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit und ökologischen Auswirkungen bewertet werden.

Die Unterstützung der Klimabewegung liegt im Interesse aller Studierenden!

9. Finanzen und Wohnen 

Neoliberale Tendenzen machen auch vor Studierenden in Bochum keinen Halt: Die Rahmenbedingungen des Studiums in Bezug auf die Finanz- und Wohnsituation verschlechtern sich zunehmend. Daher setzen wir uns dafür ein, studentischen Wohnraum preiswert und verfügbar auszubauen, die Bafög-Richtlinien zu ändern und das Studium für alle finanzierbar und sozial verträglich zu gestalten. Außerdem unterstützen wir die Anstrengungen, auch in NRW einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (#TVStud) einzuführen.

9.1  Finanzierbares Studium für Alle

Um die finanzielle Lage der Studierenden zu verbessern, wollen wir, dass der AStA sich für ein elternunabhängiges Bafög einsetzt, welches nicht an das Einhalten der Regelstudienzeit gekoppelt ist. Wir wollen nicht weiter akzeptieren, dass die soziale Herkunft von Studierenden maßgeblich mitbestimmend ist für Studienaufnahme und -erfolg. Ein weiterer wichtiger Punkt sind hier auch die Studienbedingungen an der RUB selbst, welche von den Studierenden oftmals Zuzahlungen für Lernmittel und den Erwerb von teuren Lehrbüchern fordern. Insbesondere finanziell benachteiligte Studierenden müssen daher gesondert an unserer Universität unterstützt werden.

9.2 Mietenwahnsinn stoppen!

Auch der Mangel an studentischem Wohnraum in Bochum sorgt für eine angespannte Lage vieler Studierender: wir hören regelmäßig von langen Wohnungssuchen, hohen Mieten und weiteren Sorgen. Das AKAFÖ betreibt über 4.000 Wohneinheiten in Bochum zu bezahlbaren Preisen und in guter Lage. Zwar hat sich die Lage dort seit Corona wegen weniger Zuzüge temporär verbessert; allerdings war sie davor sehr angespannt und wird sich zuspitzen, wenn die Online-Studierenden dann nach Bochum und an die RUB ziehen. Sowohl die Stadt Bochum selbst als auch das AKAFÖ setzen zunehmend auf neoliberale, ungerechte Lösungen: das zeigt sich beispielsweise in den steigenden Mieten der VBW als städtische Wohnungsbaugesellschaft oder dem beginnenden Bau eines „Luxuswohnheims“, welches absurde 675€ für ein 20qm Apartement verlangt. Wir möchten dem AKAFÖ gegenüber Stellung beziehen, um diese klassistische Wohnungsbaupolitik beenden und sozial verträgliche sowie finanzierbare Lösungen zu schaffen. Außerdem möchten wir in einem AStA die Zusammenarbeit mit dem Mieterschutzbund Bochum verstärken, um Studierende besser auf Beratungsangebote und den dort angebotenen Beistand aufmerksam zu machen.

9.3 AStA-Haushalt

Auch innerhalb der studentischen Selbstverwaltung gibt es Ansatzpunkte, die finanzielle Lage der Studierenden zu verbessern. Dazu zählen wir eine genaue Überprüfung des AStA-Haushaltes, in dem teils hohe Ausgaben für fragwürdige Projekte vorgesehen sind. Die Finanzierungen der AStA-Tanzkurse beanspruchen beispielswiese 45.000€, obwohl  es parallel ein vielfältiges, günstigeres Unisportangebot gibt. Auch vom AKAFÖ wollen wir in dieser Hinsicht mehr Transparenz fordern, um die Verteilung der Gelder besser nachvollziehen zu können. Gleichzeitig fordern wir ein, dass die ausstehenden Haushaltsprüfungen des AStAs der letzten Jahre schnellstmöglich nachgeholt werden.

10. Hoch die internationale Solidarität

Es passiert viel in der Welt – eine globale Pandemie, Diktaturen weltweit auf dem Vormarsch, brennende Wälder, Geflüchtetenlager an den EU-Außengrenzen und andauernde Konflikte um Macht und Vorherrschaft in von Krieg gezeichneten Regionen wie aktuell Afghanistan.

Die Coronapandemie hat uns einmal mehr gezeigt, dass alle diese globalen Fragen auch uns etwas angehen und wie wichtig Solidarität über die Grenzen der Uni, unserer Stadt Bochum und Deutschland hinaus ist.

Wir wollen: Veranstaltungen zu globalen Themen, Soli-Demos und starke Bündnisse wie Students for Future. Studiengebühren für ausländische Studierende dürfen kein Thema sein, die AStA-Deutschkurse wollen wir nach Bedarf ausbauen. Unser Kultur- und Bildungsprogramm soll ein Plurales sein und für jeden zugänglich. Der AStA soll endlich ein Ort der Vernetzung und des Austausches werden, indem internationale Solidarität gelebt und organisiert wird. Dies ist nur möglich, wenn wir Menschen mit den unterschiedlichsten Backgrounds Orte zum sicher und wohlfühlen bieten können. Die RUB sollte ein Ort der Begegnungen und Miteinanders sein, wo Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit keinen Platz haben!

Darüber hinaus darf unsere Uni keinen Anteil am weltweiten Leid verursachen und nicht zur Ideenschmiede für Rüstungskonzerne werden! Daher werden wir uns weiter für die Einhaltung der Zivilklausel an der RUB stark machen. Das alles ist mit dem aktuellen AStA leider nicht zu machen. Deshalb: Linke Liste wählen, um eine moderne, aufgeklärte und gerechte Universität zu erreichen! Hoch die Internationale Solidarität!

Über uns

Die Linke Liste ist eine parteiunabhängige Bündnisliste. Ein wichtiger Teil dieses Bündnisses ist die MK (MultiKulti-Liste). In der MK organisieren sich Studierende aus China und Vietnam sowie die afrikanischen und die kurdischen Studierenden (YXK).

Wir kämpfen gegen jegliche Diskriminierung an der Uni und für ein besseres Studium. In diesem Sinne setzen wir uns insbesondere dafür ein, dass der Zugang zum Studium allen Interessierten ermöglicht wird. Wir wollen einen politischen AStA bilden, der die Interessen der Studierenden offensiv vertritt und öffentlich Stellung bezieht. Unser offenes Listentreffen findet regelmäßig statt, für genaue Termine könnt ihr uns gerne auf unseren Social Media Kanälen kontaktieren.

– Linke Liste wählen –

Wahl zum 54. Studierendenparlament

06.12.-10.12.2021

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